Megamarsch Dresden 2021 – 50km

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Nach zwei Verschiebungen wurde endlich der Megamarsch in Dresden nachgeholt.

Endlich! Am 04.09.2021 war klar: der Megamarsch findet statt. Und endlich konnte ich mein Freiticket einlösen. Denn beim Megamarsch Dresden 2020 (der letzte vor Corona) wanderte ich nicht mit. Ich schrieb dafür 4 Stunden im Ziel in Bad Schandau die Urkunden der Märschler. Nun gab es auch eine deutliche Streckenänderung: lief ich 2019 noch von Dresden in die Sächsische Schweiz nach Band Schandau, startet und endet der heutige Marsch in Dresden am gleichen Ort. Das ist doch eine deutliche Verbesserung, da man als angereiste nicht das Thema mit dem Auto hat (kann halt den ganzen Tag stehen bleiben) und der letzte und ziemliche langweilige Part von Pirna ins Ziel (25km) wurde weggelassen. Ich mag Rundkurse.

Und so begab ich mich (diesesmal allein) mit dem Auto nach Dresden. Vor Ort gab es durch viele Bautstellen einige Schwierigkeiten bei der Parkplatzsuche. Aber letztendlich habe ich alles gefunden und in wirklicher Nähe zum Start/Ziel bereich geparkt.

Der Start war wieder am Biergarten Augustusgarten direkt gegenüber der Elbflorenz. Aufgrund der Coronaregelungen durfte man nur kurz vor dem Start dort ankommen. Bei den genauen Startzeiten (z.B. bei Start 8:30Uhr durfte man erst ab 8:15Uhr dort sein) wurden Ticket und 3G – Regelung kontrolliert. Und eigentlich konnte man dann dort schon loslaufen. Schnell noch T-Shirt abgeholt, Klo war schon vor dem Einlass und ab ging die Post.

Ich muss sagen, dass mir der fließende Start weitaus besser liegt. Da rennt wenigstens niemand einem vor die Füße. Klar, das Startfeeling ist weg. Aber nach dem Gedränge vom Megamarsch 2019 beim Start war es einfach besser so. Obwohl man dann schon schnell ein langsameres Tritttempo anschlägt. Aber das ist mit Schrittzähler navigierbar.

Der Tag war schon früh sonnig, in Dresden lag die Elbe noch im Nebel. Aber die ersten Kilometer gingen wie immer einfach am Elberadweg entlang. Erstmal eingrooven.

© sportograf

In Loschwitz ging es dann endlich bergan. Mal mehr, mal weniger, stetiges bergauf und bergab, entlang von kleinen Weinhängen, Villen und kleinen Pfaden schlängelte man sich parallel zu Elbe entlang. Nach 10km war dann schon die erste Pause, wo es die übliche Megamarschverpflegung gab. Ich kann die trockenen belegten Brote nicht mehr sehen. Von daher blieb es beim Obst und Salzstangen.

© sportograf

Weiter ging es wieder bergan und bergauf durch die Hänge, bis man in Pillnitz stur der Straße folgte. Das wurde dann in der Mittagshitze wahnsinnig anstrengend. Aber übers Wetter klage ich nicht. Danach ging es wieder auf einsamen Landstraßen und kleinen Örtchen zur Feuerwehr Pirna. Dort war auch schon 2019 die zweite Pause. War wieder sehr Obstlastig für mich – und schnell weiter.

Nach 20km kam nun der anstrengenste Teil der Wanderung. Es ging stetig und lang bergauf. Lange auf Waldwegen, später durch den Ort Zschaschendorf (wo auch der Adventurewalk durchläuft) und hinauf zum höchsten Berg Dresdens: der Triebenberg, 383m hoch. Ich weiß, das ist kein Vergleich zum Fichtelberg, aber anstrengend war es trotzdem.

© sportograf

Nach dem Fotopoint auf dem Berg ging es wieder kurz runter und über Feldwege, Dörfer und Landstraßen weiter zum dritten Verpflegungspunkt bei Kilometer 30, einem Reiterhof. Dort gab es kalte Linsensuppe aus der Dose (warm wäre auch nichts gewesen bei der Hitze) und die übliche Gurke, Banane und Cola.

Beim loslaufen von der Pause zwickte es plötzlich in der linken Wade. Und Zack, nach kurzem Krampf ging der Schmerz nicht weg. Ich versuchte den Schmerz wegzulaufen, was nur bedingt half. Ich humpelte ja nicht. Aber die restlichen Kilometer waren dann doch nur mit Schmerzen zu laufen.

Nach weiteren Dörfern lief man nun lange über breite Waldautobahnen durch die Dresdner Heide, einem großen Waldstück am Rande von Dresden. Das ist dann weniger fürs Auge, sondern mehr für ein ordentliches Tempo gut.

Nach 40 Kilometern erreichte man die letzte Verpflegungstation, den Sportverein Borea Dresden. Als FSV Zwickau Fan hat man einen ganz besonderen Bezug zu diesem Verein (obwohl Borea selbst nichts dafür konnte). Aber hey, hier gab es die letzte Cola, und viele Bänke im Schatten der Bäume. Das tat gut!!!

Nach der Pause ging es gleich wieder in den Wald (Borea hatte auch mal Wildschweine auf dem Fußballplatz). Und nun gab es klassische Singletrails immer bergab ins Tal. Einsam war es, aber schön geschlängelt über Stock und Stein. Im Tal verlief der Weg entlang einem Wassergraben, der eine angenehme Kühle abgab. Still war es und einfach schön zu laufen.

Und so langsam merkte ich: ich könnte theoretisch noch unter die 10 Stunden Wanderzeit laufen. Es würde knapp werden, aber machbar. Und ich lief los. Nach dem Graben stieg man viele Treppen hinauf auf die sehr belebte und große Straßenkreuzung an der Garnisonkirche St. Martin an der Stauffenbergallee. Wow, das war ein Wechsel der Umgebung! Erst die große einsame Stille, dann der Trubel. Und es ging weiter.

An der Kirche vorbei und hinab nach Dresden Neustadt. Und was ich bis dahin nicht wusste: an diesem Tag feierte Dresden den Christopher Street Day. Und wieder wow! So viel Trubel und noch mehr Menschen. Da wäre ich nun auch gerne dabei gewesen! Und wir Megamärschler mittendurch. Erst durch den Park, dann einfach den Straßen nach. Und ehrlich, die Wegzeichen vom Megamarsch verschwanden einfach in der Masse. Ich war diese Vielfalt an Menschen absolut nicht mehr gewöhnt – und war berauscht davon. Mit einem Strahlen lief ich wie in einem anderen Film entlang, immer mit Blick auf die Uhr – noch war ich gut dabei.

© sportograf

Es folgten große Straßenkreuzungen mit langen Wartezeiten an den Ampeln, wo sich die Märschler stauten und ungeduldig auf Grün warteten. Doch dann ging es endlich entlang der Marienbrücke über die Elbe zur Altstadt Dresdens. Dieser kurze Abstecher führte zur nächsten Brücke, der Augustusbrücke und war wie die Brücke voller Menschen. Touristen. Meine Güte. Immer noch war ich im Rausch, die Uhr schlug unhaltlich weiter, aber ich war noch in der Zeit.

Nach einem Schlenker um den Biegarten herum lief ich dann doch nach 9 Stunden und 54 Minuten ins Ziel ein. Geschafft. Yeah!!!

© sportograf

Der Zieleinlauf war bei mir noch wie gewohnt mit Musik. Nur die vielen Leute am Elbhang irritierten mich. Doch auch das klärte sich dann auf: auf der anderen Elbseite stand ein Dampfer. Dort musizierte später die Elbphilharmonie. Das führte dann auch dazu, dass die späteren Megamärschler ihre Zieleinläufe alle still genießen mussten, ohne großartigen Ziellauf. Tja, irgendwie fanden an diesem Tag zu viele Veranstaltungen gleichzeitig statt: neben dem normalen Tourismus im Sommerwetter war noch der Christopher Street Day und das Konzert der Elbphilharmonie statt. Oh, und Schulanfang war auch noch in Sachsen. Unterwegs hatte man viele Feiern gesehen.

© sportograf

Alles im allem war es wieder eine schöne Veranstaltung, mit unerwarteten Nebenereignissen und ganz tollem Wetter. Das nächste Mal wäre es dann bei mir schon der Lokalmatador (3 mal am gleichen Ort gefinisht). Mal schauen was da kommt. Aktuell ist ja der März 2022 angepeilt. Der ursprüngliche Termin vom Megamarsch Dresden.

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