Megamarsch Dresden 2019

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Und der Wanderhype geht weiter…

Der Winter war lang und kalt. Und doch sehnt man sich schon wieder nach einer Wanderveranstaltung. Los ging es wieder in Dresden. Diesesmal aber der Megamarsch. Denn diese Megamärsche und Mammutmärsche sprießen gerade wie Unkraut aus dem Boden. Mittlerweile kann man in jeder größeren Stadt einen Marsch über 50km oder 100km laufen. Und so eine gewisse Note von Kommerz kann man da dem Veranstalter  nicht absprechen.

Aber sei es drum. Man kann erst mitreden, wenn man an der Veranstaltung teilnahm. Und ich sage mal so vorab: Saisonauftakt geglückt!!!!

Los ging es wieder sehr früh in Richtung Dresden. Das Frühstück zwang ich mir noch zuhause hinein (den Fehler vom Adventurewalk wollte ich nicht noch einmal begehen). Begleitet wurde ich von meinem Partner, der mich dann im Ziel auch wieder aufsammeln musste.

Wenn man wirklich früh kommt, findet man auch immer einen Parkplatz in der Startumgebung. Und so kam es, dass noch nicht allzu viel im Startareal (ein Biergarten) los war. Gut für mich: die Startunterlagen und T-Shirt waren schnell abgeholt. Der Himmel sah schon die ganze Zeit nicht nach einer Schön-Wetter-Wanderung aus. Und letztendlich fing es auch noch vor dem Start an zu regnen. Habe ich schon erwähnt, dass ich keinen Regen mag?

Nach einer gefühlten Ewigkeit an Warterei im nassen Biergarten (der Preis für das zeitige Kommen) ging es endlich los. Der Startbereich befand sich direkt auf dem Elbradweg am Ufer der Elbe. Leider war dieser Bereich begittert, so dass nicht alle Starter in den Startbereich passten. Wäre auch nicht so schlimm gewesen, der Pulk der Masse stand dann genau vor dem Eingangsbereich zum Start. So auch ich. Leider mussten sich doch einige Männer unabhängig voneinander panisch durch die Menge drängeln, da sie Angst hatten, den Start zu verpassen. Da um mich herum nur Frauen standen, war es doch sehr ein Genderthema. Letztendlich haben wir Frauen gemeinsam die drängelnden Herren kräftig angeschrien, dass wir auch auf den Start zur gleichen Zeit warten würden. Ich weiß bis heute nicht, was die Herren geritten hat, um so ohne Verstand durch die Menge zu drängeln. Vor allem, da beim Megamarsch keine offiziellen Zeiten gemessen werden, ist der Startzeitpunkt irrelevant.

 

KM 0 – 10

Der Start war nass und im Wirrwarr der Menge ziemlich unspektakulär. Lange ging es stur auf dem Radweg (Asphalt) an der Elbe entlang. In Loschwitz wurde es ein wenig wirr, da dort auf der Straßenkreuzung viel Autoverkehr herrschte. Aber dann ging es endlich hoch in die Weinberge, wo es sich ein einer kleinen Treppe schnell staute. Ich kam trotzdem gut durch und nach 10 Kilometern hatte man auch die erste Verpflegungsstelle erreicht. Die Auswahl war eher mäßig: Gurken, eingepackte Brötchen, eingepackte Wurst, Russisch Brot und ein Werbegetränk. Naja. Eine lange Pause hatte ich eh nicht geplant und da das Wetter sich beruhigt hatte, konnte ich mein Regencape auch endlich einpacken.

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KM 11 – 20

Weiter ging es nach dem kleinen Pausenabstecher an der Elbe zurück in die Weinberge. Und Wow!!! Was für eine Aussicht! Der Anstieg war kurz und sehr knackig. Die Aussicht dafür umso besser. Und der Weg oberhalb der Weinberge in Pilnitz unbezahlbar. Danach folgte noch ein wenig Schlamm für Abwechslung. Die Kilometer flogen dahin, das Wanderfeld zog sich immer mehr auseinander. Ruhe war aber nie da. Der Verpflegungspunkt befand sich hier an einer Feuerwehr. Die Sitzplätze waren rar und kulinarisch gab es auch nicht viel: Brühe, Wasser, Russisch Brot, Wurst und ein Getränk mit Chia-Samen. Für die Bratwurst und Getränke sorgte die ansässige Feuerwehr – natürlich gegen einen Obulus.

 

KM 21 – 30

Die nächsten Kilometer gingen über Schleichwege (schön!) und durch ein Wohngebiet mit Ampeln (nicht so schön!) nach Pirna. Dort kam man an das Elbplateau von Pirna. Ganz plötzlich nach langem geradeaus stand ich am Elbhang. Der Blick über Pirna war toll. Nicht so toll war, dass man über die Elbbrücke und den Elberade am anderen Ufer viele bunte Rucksäcke entlangwandern sah. Und das mag ich nicht. Und ich wusste, wie der weitere Weg aussehen sollte: immer entlang der Elbe. Uff. Und so kam es wie es kommen musste: ich hatte mein Tief, trottete die vielen Stufen am Elbhang hinunter, ließ das 25 km – Schild links liegen (kann sein, dass ich sogar Bilder gecrasht hatte, da dies ein optimaler Fotopunkt war) und versuchte mich mit Musik abzulenken. Über viel Asphalt entlang der Elbe erreichte man dann auch den nächsten Verpflegungspunkt.

Wieder war die Auswahl eher mau, Cola gab es nur gegen Bezahlung beim ansässigen Biergarten. So blieb es bei kleinen Stücken Schokolade, Banane und Milchbrötchen.

 

KM 31 – 40

Genau in dem Moment, als ich weiterlaufen wollte, begann es wieder zu Regnen. Und zwar heftig. Also doch noch Rucksack ab und Poncho herausholen und irgendwie schnell überziehen. Der Regen hielt nicht lange an, aber ich war verärgert. Fast umsonst hatte ich mir nun den Poncho übergeworfen. Und so behielt ich diesen einfach an.

Weiter ging es mit der Laufödnis. Bis Rathen passierte dann nicht mehr viel. Der Weg wurde dann zwar etwas waldiger, immer bischen hoch und runter mit nettem Blick auf die Bastei am gegenüberliegenden Ufer.

Spannend wurde es nur am Bahnübergang in Rathen. Dort waren die Schranken unten. Lange kam kein Zug (gefühlt 15min!), aber man wartete pflichtbewusst und ging nicht über die Gleise. Dort staute sich dann auch das Teilnehmerfeld, was dann zu einem kleinen Start nach der Freigabe der Schranke führte.

Die Verpflegung hinter Rathen war okay. Es kam nochmal ein kleiner Platzregen, den ich geduldig unter den aufgestellten Zelte ausharrte. Und ich konnte es kaum fassen: es war erst gegen 16:00Uhr. Wenn ich mich beeilen würde, könnte ich es noch vor Sonnenuntergang ins Ziel schaffen. Und ich wollte!!!

 

KM 41 – 50

Ich lief weiter. Einfach laufen. Und der Weg ging ging einfach stur weiter entlang der Elbe. Der Blick auf die Festung Königstein war unglaublich schön. Ich mag es dort oben. Doch unten im Tal zog sich der Weg unendlich lang. Es zog und zog sich. Man spürte dass das Ziel nicht mehr weit war.  Man hatte schon lange vorher die Brücke von Bad Schandau gesehen. Und diese kam lange nicht näher. Und irgendwann kam dann doch noch das Ziel.

 

Ziel

Ich hatte es tatsächlich noch geschafft. Mit der Dämmerung, aber noch im hellen hatte ich das Ziel erreicht. Wahnsinn!!! Wie immer herrschte im Zielbereich ein großes Durcheinander. Ich bekam meine Medaille, umarmte meinen Partner und holte meinen Stempel und Urkunde ab. Das war es. Da es dort keine weiteren Sitzmöglichkeiten gab und es auch kalt und dunkel wurde, haben wir dann doch schnell die Veranstaltung verlassen.

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Fazit:

Es war eine ordentliche Wanderveranstaltung. Man merkte aber, dass hier kein kleiner Verein mit viel Herz und Liebe zum Detail am Werk war. Das gewisse Etwas fehlte bei der Veranstaltung. Und so blieb nur eine Wanderveranstaltung. Die Strecke an sich war langweilig. Nichts für meinen Kopf. Ich brauche die Höhen. Es ist schon schade, da hier viel Potenzial verschenkt wurde. Denn das Elbsandsteingebirge hat viele Vorzüge an Wegen.

Letztendlich war ich knapp 10,5 Stunden unterwegs. Wahnsinn. Das ging aber nur, weil der Weg gerade so einfach war. Aber es fühlte sich toll an. Ohne viel Bummelei an den Verpflegungsstationen kann man viel an Zeit rausholen.

 

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