Alex Capus – Léon und Louise

Alex Capus – Léon und Louise

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Mein Kitschherz blutet

Ich bin ja eigentlich so eine Kitschtante. Ab und zu brauche ich mal ein Buch für mein Herz. Und ich dachte, nach all den Schwärmereien für „Léon und Louise“ im Netz kann das ja nur ein Buch für mich sein. Es ist ja auch ein Pärchen auf dem Cover abgebildet. Aber naja…. Ich leide…

In dem Buch wird das Leben von Léon erzählt, der mitten im Krieg in Frankreich auf Louise trifft. Eine Liebe entsteht, die dem Krieg trotzt.

Alex Capus – Léon und Louise

Eigentlich kann man gar nicht viel über die Geschichte verraten. Doch das Buch beginnt mit dem Schluss: der Beerdigung von Léon. Und Louise ist da auch mit von der Partie. Es ist eine Geschichte, wie Léon lebte. Und liebte. In den Kriegsjahren des 1. Weltkrieges wird er in eine Kleinstadt versetzt. Auch um den eigentlichen Krieg zu umgehen. Er schafft es auch. Und verliebt sich in Louise, eine stets fröhliche und unabhängige Frau. Doch das Schicksal meint es nicht gut zu ihnen: durch einen Bombeneinschlag werden beide in Kriegswirren getrennt.

Und lange bleibt es auch dabei. Sie werden sich nur per Zufall und sporadisch sehen. Immer wieder werden die beiden getrennt. Auch, weil Louise sehr unabhängig ist. Ganz im Gegensatz zu Léon. Er liebt sein Beamtenleben, hat Frau und Kinder zu versorgen. Und da wären wir schon bei meinem großen Kritikpunkt: er hat eine andere Frau. Ganz banal würde ich es schon als fremdgehen bezeichnen. Er denkt immerzu an Louise, die für immer unerreichbar bleibt. Und trotzdem baut er sich eine Scheinwelt – die Heile Welt – auf. Und das stieß mir sehr bitter auf. Die Ehefrau riecht auch irgendwann den Braten, tut aber auch nichts weiter. Und Léon erst recht nicht. Es hat für mich nichts mit Kitsch zu tun, wenn selbst der Protagonist einer unerfüllten Liebe hinterher hechelt und zusätzlich eine Familie hat. Es ist auch keine offene Ehe. Es ist einfach nur ein Herumgedrücke vor der Wahrheit.

Mehr passiert dann auch nicht viel in dem Buch. Wären nicht die historischen Ereignisse in Frankreich des 20. Jahrhunderts gewesen, so hätte man sich das Buch auch sparen können. Der Autor erzählt die Beziehung und Taten von Léon und Louise mit viel Liebe und einer Prise Humor. Es werden viele urkomische Situationen beschrieben. Aber es bleibt immer auf eine Art kühl. Romantik ist hier definitiv fehl am Platz.

Louise bleib auch für den Leser durchweg unerreicht. Sie kommt und geht. Man wird nicht schlau aus ihr. Aber welchen Reiz hat sie für Léon? Manchmal hat man das Gefühl, sie sieht in ihm auch eher als  Dummerchen.

Im Endeffekt habe ich nie so richtig die Beziehung zwischen Léon und Louise verstanden. Schade. Mein Kitschherz blutet. Es gibt weder ein Happy End noch irgendein Ende. Man stirbt dann halt irgendwann. Ohne für die angeblich große Liebe gekämpft zu haben. Und Schluss ist.


Alex Capus – Léon und Louise

Dtv Verlag

315 Seiten

3 Sterne

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