Michael Köhlmeier – Das Mädchen mit dem Fingerhut

Michael Köhlmeier – Das Mädchen mit dem Fingerhut

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Ohne Tiefgang

Letztes Jahr war ich in Österreich. Und es ist nun nicht das erste Buch seitdem, dass ich hier rezensiere. Es dürfte das letzte aus dem Kauf sein. Und es reicht auch. Oder ich habe kein Händchen mehr für gute Bücher. Ich weiß es nicht.

In dem Buch dreht sich alles um ein kleines Mädchen (6 Jahre). Sie wird in einer Stadt ausgesetzt und allein gelassen. Die Sprache dort versteht sie nicht. Und treibt nun durch Wirren der Großstadt, inklusive Kinderheim und Entführung.

Michael Köhlmeier – Das Mädchen mit dem Fingerhut

Lange habe ich mich vor dieser Rezension gedrückt. Denn so richtig kann ich dieses Buch nicht beschreiben. Und bei allem fehlt der Tiefgang. Der Autor schafft hier nur eine lose Aneinanderreihung von Taten und Aktionen, meist auch mit anderen Kindern. Erst passiert das, dann passiert dies und dann jenes. Mehr ist es nicht. Man kennt keinen Hintergrund, rein gar nichts. Und das macht es schwer, dieses Buch zu erfassen.

Es ist eigentlich recht schade darum. Denn das Thema ist durchaus spannend. Es geht um das Stranden in einer völlig unbekannten Stadt. Und wie die Einwohner der Stadt das Problem von der ungewollten Hilflosigkeit permanent ignorieren. Sie sehen den Rand der Gesellschaft nicht, die, die ohne Grund nicht mehr weiter können. Nicht die gleiche Sprache sprechen. Sich nicht auskennen. Der Autor wollte wohl ein Buch zur Flüchtlingspolitik schreiben. Doch viel hängen bleibt nicht von dem Buch.

Auch die Stationen des Mädchens hätten Potential für mehr gehabt. Selbst die Entführungsstory, wo sie von einer Frau gegen den Willen festgehalten wird, verschwindet sang und klanglos im Sand. Es fehlt die Prosa, die berührenden Szenen. Oder bin ich da schon zu abgestumpft? Ich hoffe es nicht.

Zusammenfassend ist es ein Buch, das ganz okay ist. Aber mehr nicht. Ein Buch, wo die Geschichte nicht hängen bleibt. Keine Gefühle zeigt. Man vergisst sie. So wie das Mädchen, dass auch von der Außenwelt vergessen wird. Ob der Autor es doch so gewollt hat?


Michael Köhlmeier – Das Mädchen mit dem Fingerhut

Dtv Taschenbuch – 140 Seiten

2,5 Sterne

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