Haruki Murakami - Kafka am Strand

Haruki Murakami – Kafka am Strand

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Ach Murakami!!!!

!!!BEINHALTET SPOILER!!!

Ich kann mich noch genau an die Zeit erinnern, als dieses Buch auf dem deutschen Buchmarkt erschien. Und ich war hin- und hergerissen, ob ich das Buch nun kaufen sollte oder nicht. Von Murakami selbst hatte ich damals noch nie etwas gehört. Und die Kritiken waren sehr unterschiedlich. Letztendlich ist der Kauf des Buches am Geld gescheitert. Doch endlich habe ich es gewagt, auch im Zuge der Bücherkultur Challenge, dieses Buch doch noch zu lesen.

Das Buch dreht sich um Kafka Tamura. Der Schüler bricht aus seinem Leben aus und weiß doch nicht so recht was er will. Und so landet er in einem anderen Teil Japans in einer alten Bibliothek und versucht Träume von der Realität zu unterscheiden und sein Leben in den Griff zu bekommen.

Vorneweg: Es ist nicht mein erster Murakami. Vor Jahren hörte ich „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ und fand das bis auf das sehr schwammige Ende ganz in Ordnung. Murakami selbst wird ja in der Buchszene sehr vergöttert. Andere hingegen können damit nichts anfangen. Bei Murakami gibt’s nur 1 oder 0. Entweder man liebt seine Bücher oder sie sind absolutes No-Go. Ein dazwischen gibt es nicht.

Und ich muss leider feststellen: ich werde wohl kein Freund von Murakami werden. Weitere Bücher von ihm schließe ich für mich aus. Es war eine Enttäuschung, es nahm mir die Lust am Lesen und verstehen kann ich das Buch bis heute nicht.

Kafka Tamura ist ein sehr verschlossener junger Mensch, der nicht weiß wohin. In alles und jedem sieht er seine Schwester und Mutter, an die er sich aber nicht erinnern kann. Er lebt in ständiger Trauer um sein eigenes Leben und seiner zerrüttenden Familie. Wären da nicht hilfsbereite Menschen in seiner Geschichte mit eingebaut – Kafka würde wohl heute noch herumirren. Er selbst gibt seinen Träumen unentwegt hin. Gereicht hat mir dann doch seine Liebe zur Bibliotheksbesitzerin (andeutungshaft auch seine Mutter). Ich wusste ja schon im Vorfeld, dass Murakami eine Neigung zu Sexszenen hat, die absolut nichts mit der Story gemein haben und mehr als überflüssig daherkommen. Tja, die Sexszene zwischen dem Minderjährigen Kafka mit seiner (vermeintlichen) Mutter? Musste das sein? Wirklich?

Neben dem Hauptstrang um Kafka gibt es noch einen zweiten Erzählstrang im Buch. Beide Stränge haben nur gering etwas miteinander zu tun, die Charaktere lernen sich noch nicht einmal kennen. Und auch der zweite Strang macht das Buch nicht besser. Hier dreht sich alles um Nakata, einen durch ein mysteriöses Ereignis geistig zurückgebliebenen Mann. Er kann weder Schreiben noch Lesen, dafür kann er mit Katzen sprechen. Nachdem er aber den ominösen Katzenmörder Johnny Walker umbringt (mit einer sehr detailreichen Aufzeichnung der Katzenmorde) flieht er aus seiner gewohnten Umgebung um einen bestimmten Stein zu finden. Und lässt dabei Sardinen und Blutegel vom Himmel regnen. Diese Magischen und gleichzeitig nicht erklärbaren mysteriösen Effekte baut Murakami auch gern in seine Bücher ein. Auch das war mir vorher bewusst.

Aber: ich habe schon viel gelesen, viele verschiedene Genres und Geschichten. Ich bin auch für wirklich komische Handlungsstränge zu haben, sofern sich da der rote Faden durchzieht. Das ist leider hier in diesem Buch nicht der Fall. Szenen werden sinnfrei mit in die Geschichte eingebaut, die weder dem Charakter noch dem Leser weiterbringen. Dinge werden nicht erklärt, viele Rätsel werden einfach so dahin genommen. Im Endeffekt war mir hier alles zu viel. Zu viel Prosa und Drama, aber nichts dahinter.  Klar, am Schreibstil kann man nicht meckern. Aber das nützt nichts, wenn der Plot nicht stimmt.

Für mich war dieses Buch ein Flop. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich das Buch verstanden habe. Wahrscheinlich noch nicht einmal im Ansatz. Ich möchte es auch ungern weiterempfehlen. Murakamifans werden dieses Buch sicherlich schon gelesen haben. Ansonsten braucht man es auch nicht zu lesen.

 


Haruki Murakami – Kafka am Strand

Btb Verlag

637 Seiten (Taschenbuch)

2 Sterne


Dieses Buch las ich im Rahmen der Bücher Kultur Challenge

Ein Kommentar

  1. Ich liebe Murakami, aber das Buch gefiel mir auch nicht. Ich steh aber auch eher nicht auf coming of age und ich fand einige Dinge auch sehr sinnfrei. Ich mag Fantasy, aber ich mag es nicht wenn man denkt, die Geschichte fängt jetzt erst an und dann ist das Buch vorbei und nichts wurde erklärt.

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