Peter Høeg – Fräulein Smillas Gespür von Schnee

Peter Høeg – Fräulein Smillas Gespür von Schnee

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Das Gespür und so….

Wieder eine Subleiche!!! Schon lange lag nun das Buch bei mir herum. Und irgendwie habe ich Gedankenfetzen vom Kinotrailer in meinen Erinnerungen. Aber warum es ging, das wusste ich nicht mehr. Und eigentlich wusste ich es auch beim lesen des Buches lange Zeit nicht….

In dem Buch dreht sich alles um Smilla. Der Nachbarsjunge begeht Selbstmord. Doch so recht glaubt Smilla nicht daran. Denn die Spuren im Schnee sehen für sie absolut nicht nach Suizid aus. Und so beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln. Und gerät schon bald in die Fänge einer illegalen Schiffexpedition nach Grönland….

Peter Høeg – Fräulein Smillas Gespür von Schnee

Ach, das Buch gehört ja schon zu den Klassikern in der Literatur. Jedenfalls fühlt es sich so an. Und in der Bücherkultur Challenge findet man das Buch ja auch. Aber mal ehrlich: so ganz kann ich das nicht verstehen. Oder ich habe das Buch nicht ganz verstanden.

Smilla, eine eigenbrödlerische Grönländerin in Dänemark, kämpft sich durch ihr Leben. Als dann der Nachbarsjunge Jesaja scheinbar Suizid begeht, kann sie nicht aufhören an ihn zu denken. Denn auch Jesaja hatte seine Wurzeln auf Grönland. Beide erlebten die Abkapselung der Gesellschaft. Rechtlich gehört Grönland zu Dänemark. Das heißt aber noch lange nicht, dass beide Gesellschaften sich wunderbar verstehen. Und damit kämpft Smilla schon ihr ganzes Leben lang. Diese Passagen mit all den Geschichten, Historie und Dramen in der Gesellschaft nehmen einen starken Teil des Buches ein. Und das ist auch der Part, der dem Leser eindringlich in Erinnerung bleibt: die Kritik an die Gesellschaft. Die Abstempelung der Menschheit anhand deren Herkunft. Hier hat der Autor definitiv sein Ziel erreicht. Das Aufzeigen und die Kritik kommen an.

Trotzdem verliert sich das Buch gern in der Gesellschaftskritik. Denn die Story des Buches ist krimitechnisch gesehen eher fad. Natürlich fängt Smilla zu ermitteln. Aber ich hatte nie das Gefühl, alles zu verstehen. Oft passieren Zufälle oder es passieren Aktionen, die dem Leser nicht bekannt waren. Zum Ende des Buches versteift sich dann auch noch die Lage, da bedingt durch mangelnden Raum auf einem Schiff sich kaum Handlungsspielräume ergeben. Man hat das Gefühl, dass man bis zum Schluss im Nebel gelassen wird. Der Leser wird halt nicht schlauer sein am Ende des Buches.

Vielleicht liegt das auch an der Protagonistin. Sie erzählt das Buch. Doch wahrscheinlich filtert sie. Denn anders kann ich es mir nicht erklären. Smilla bleibt unnahbar. Sie bleibt ein Rätsel. Sie tut Dinge und erschließt Tatsachen, auf die der Leser so nie gekommen wäre. Plötzlich tauchen Namen und Personen auf, die wichtig erscheinen aber vorher überhaupt nicht erwähnt wurden. Smilla deutet und kombiniert ohne den Leser. Schade, da der Leser der eigentliche treue Begleiter des Protagonisten sein sollte.

Letztendlich ist es ein Buch, wo ich lange nicht wusste, auf was das eigentlich hinauslaufen sollte. Denn der Suizid von Jesaja gerät lange und oft in Vergessenheit. Wahrscheinlich wusste es der Autor selbst nicht so recht. Ich kann verstehen, warum das Buch doch einen Hype hatte. Wohl eher wegen der Ausgangssituation der Protagonistin.


Peter Høeg – Fräulein Smillas Gespür von Schnee

Rowohlt Verlag

909 Seiten (Großdruck)

3 Sterne (wegen der vielen Gesellschaftskritik)

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