Jenny Rogneby – Leona – Alles hat seinen Preis

Jenny Rogneby – Leona – Alles hat seinen Preis

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Organe. Spenden.

Es ist ein lang und breit diskutiertes Thema in der heutigen Zeit: der Organspendeausweis. Braucht man ihn? Will man ihn? Sollte eine Spendepflicht per Gesetz eingeführt werden? Im Endeffekt muss jeder Mensch selbst entscheiden, was mit seinem Körper nach dem Ableben passieren sollte. Doch ein Organspendeausweis erleichtert die Entscheidung bei den lieben Hinterbliebenen. Denn auf dem Ausweis kann man auch ein deutliches Nein zur Organspende ankreuzen. Diese Option kommt meiner Meinung nach immer zu kurz in den Medien. Denn dieser Ausweis zeigt eine Wahl auf. Will man oder will man nicht. Und diese Wahl gut. Wer jedoch keine so richtige Wahl hatte waren die Opfer im folgenden Buch.

Im dritten Teil der Leona – Reihe dreht sich alles um den illegalen Organhandel. Eine Frau wird auf den Zuggleisen aufgefunden. Doch ein versuchter Suizid kann schnell ausgeschlossen werden, denn die Frau muss zu den Gleisen getragen worden sein. Und dieser Frau fehlt eine Niere. Frisch operiert. Als dann auch noch einem Obdachlosen im Stadtzentrum Stockholms die Augen fehlen, wird schnell klar, auf welches Spiel sich Leona dieses Mal einlassen muss. Sie ermittelt nach ihrer ganz eigenen Strategie und gerät in immer größere Kreise…

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In meiner Rezension zum zweiten Teil von Leona schrieb ich mehrmals von einer Trilogie. Und ehrlich gesagt, glaubte ich es bis kurz vor Schluss des vorliegenden Buches an einen Dreiteiler. Obwohl ich mir da schon kaum vorstellen konnte, wie alle Stränge auf den wenigen letzten Seiten zusammengeführt werden können. Und man mag es kaum glauben, im Januar 2019 ist tatsächlich der vierte Teil von Leona in Schweden erschienen. Und ich lechze jetzt schon nach der deutschen Übersetzung, die es hoffentlich bald geben wird.

Denn Leona ist und bleibt so anders als alle anderen vorwiegend schwedischen Kommissare. Sie hat ihren ganz eigenen Kopf und hat auch im dritten Teil wieder Dreck am Stecken. Obwohl es doch dieses Mal schon ein wenig ruhiger und gemäßigter bei ihr zu geht. Ihr großen Taten liegen schon ein Stück zurück und tatsächlich eine neue Liebe macht sie sanftmütig zu sich selbst. Aber im Kern bleibt Leona einfach Leona.

Trotzdem hat auch dieses Buch seine Strecken, da sich in den Ermittlungen zu dem Organhandel zwischenzeitlich so gar keine Fortschritte aufzeigen. Denn der dritte Teil der Reihe ähnelt sich durch die viele Ermittlungsarbeit am stärksten mit den typischen Schwedenkrimis. Doch wie immer führt alles auf ein klasse Ende hin, das wie üblich ganz groß nach dem nächsten Teil schreit.

Es sollte auch hier erwähnt werden, dass es sich lohnt, die Serie beim ersten Teil zu beginnen. Denn der Anfang des Buches hält keine großen Reden über die Vergangenheit von Leona parat. Die gesamte Serie ist somit sehr zu empfehlen, wer gerne mal abseits von Moral etwas lesen möchte.

Das Thema mit dem illegalen Organhandel zieht sich durch das ganze Buch. Und nebenher wird man auch über diverse Operationsmöglichkeiten aufgeklärt. Und das Nachwort der Autorin zeigt auf, wie dringend Organe benötigt werden. Und manche gehen dafür den Schritt in die Illegalität, Menschen verkaufen ihre Niere um zu überleben. Und das ist die bittere Realität. Der Organspendeausweis ist nur ein kleiner Schritt aus dieser Misere von zu wenig Organe für viel zu viele Empfänger. Aber wir haben die Wahl, andere Menschen auf dieser Welt nicht (Organverkauf oder auch Organraub). Als wählt. Legt euch einen Spendeausweis in die Geldbörse und wählt.


Jenny Rogneby – Leona – Alles hat seinen Preis

Atrium Verlag

376 Seiten

4 Sterne

2 Kommentare

  1. Darüber habe ich tatsächlich auch schon lange nachgedacht. Ich würde sagen, es ist eine Mischung aus beiden. Wobei im ersten Teil eher der Thriller im Vordergrund steht und im dritten Teil eher der Krimi. Aber so ganz kann man diese Reihe in keine Schublade stecken ;-)

    LG

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