Chita - Lafcadio Hearn

Lafcadio Hearn – Chita

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Die Gewalt der Natur

Wir kennen es ja alle: immer wieder passieren tragische Ereignisse auf der Welt, wo die Natur das Weiterleben der Menschheit bestimmt: Überflutungen, Sturm, Erdbeben, etc. So etwas möchte man einfach nicht erleben. Die Folgen nach den Ereignissen bleiben meist lange Zeit sichtbar, verheilen langsam und die Erinnerungen daran werden nie vergehen.

Im Roman Chita dreht sich alles um einen großen Hurricane in der Küstenregion um New Orleans, 1856. Ausgelassen wird dort der Sommer gefeiert. Doch dann kommt der Sturm und reißt viele Menschen mit in den Tod. Ein kleines Mädchen überlebt. Wird irgendwo anders angeschwemmt. Und wird Chita genannt. Doch wird Chita in der neuen Familie glücklich werden?

Lafcadio Hearn - Chita

So dramatisch wie sich dieses Buch anhört, ist es hier nicht wirklich. Lange wird ausschließlich über die Gegebenheiten der Natur entlang der Küste New Orleans beschrieben. Wenn man bedenkt, dass dieses Buch nur 117 Seiten hat, ist die Ortsbeschreibung schon deftig. Die Beschreibung des Hurricanes war eindringlich. Denn da passierte endlich etwas im Zusammenspiel der Ortsbeschreibungen.

Leider ist von Spannung hier kaum die Rede. Das kleine Mädchen wird nach dem großen Sturm an die Küste angespült. Der Fischer Feliu nimmt das Mädchen zu sich auf. Felius Frau nennt das Mädchen Chita – zu Ehren des verstorbenen eigenen leiblichen Kindes. Chita wächst sehr behütet auf. Aber nichts passiert. Ihre Herkunft ist kaum ein Thema und bleibt ungewiss.

Bis dann doch per Zufall ein Familienangehöriger seinen Weg zu Felius Familie findet. Leider wurde da der wohl geplante Plotttwist vom Autor kaum beachtet. Denn das Buch endet für den Leser eher unfertig. Das ist dann auch der Kürze des Buches geschuldet.

Ich weiß immer nicht, ob das damals, also 1889 bei der Erstveröffentlichung, so der Schreibstil der Zeit war. Eine Story ohne viel Drama und Plot. Die Charaktere bleiben blass, die Geschichte unfertig. In meiner Fantasie hätte ich viel mehr aus dem Stoff machen können. Auch wenn das lange Nachwort über das Leben des Autors erzählt, bringt das die Geschichte um Chita hier nicht weiter.

Bei mir lief es nicht so gut mit dem Buch. Wahrscheinlich prallten hier die hohen Erwartungen meinerseits mit der Geschichtserzählung des Autors zusammen. Trotzdem: die Stimmung der rauen Küste wurde schön und treffend beschrieben. Naturbeschreibungen konnte der Herr Hearn richtig gut.

An sich lässt sich aufgrund der Kürze des Buches kaum etwas sagen. Es passiert ja auch nicht so viel auf den Seiten. Wer aber gern Naturszenen und deren Gewalt erleben möchte, wird hier durchaus Freude finden. Es ist kein schlechtes Buch. Nur langweilig.

 


Lafcadio Hearn – Chita

Btb Verlag

133 Seiten (inkl. Nachwort)

3 Sterne

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