Effi Briest - Theodor Fontane

Theodor Fontane – Effi Briest

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Naives Töchterchen langweilt sich

Das Buch: Effi Briest wird im jungen Alter mit den doch sehr älteren, aber charmanten Baron Innstetten verheiratet. Bald muss sie das elterliche Haus und all ihre Freunde verlassen, um mit dem Baron im fernen Schlesien glücklich zu werden. Doch dort langweilt sich Effie mehr denn je. Und findet so ihre eigenen Arten, um die Langeweile zu vertreiben. Gern auch mit einem anderen Mann…

Effi Briest - Theodor Fontane

Das Fazit: Eigentlich ist es ein Buch, indem nicht wirklich etwas passiert. Die Charaktere werden nicht tiefgründig beschrieben, die Taten Effies auch nur durch die Blume erzählt und eigentlich ist die Welt von Effi so langweilig, dass man nichts darüber erzählen kann.

Aber das macht es ja aus: dem Leser wird die Langeweile herübergebracht. Was soll auch eine wirklich sehr naive junge Dame tun, die in die Pampa umziehen musste. Ein alter Ehemann, ein altes Haus, in dem es spukt und eine Natur, die sich nicht begeistern lässt. Da kann man nur auf andere Gedanken kommen. Die kommen auch Effi in Form eines attraktiven Mannes. Aber der Leser bleibt diesem Skandal immer fern. Nie werden diese Treffen und Szenen beschrieben. Doch man ahnt es. Trotzdem hat man das Gefühl, dass man irgendetwas verpasst. Als wäre dieses Buch absichtlich gekürzt. Es scheint, als hätte Effi nie etwas Falsches begangen (schon gar keinen Ehebruch). Oder es war einfach der Zeitgeist.

Denn dieses Buch steht für einen Klassiker. Es beschreibt eine andere Zeit, eine andere Vorstellung der Liebe und einen anderen Umgang miteinander. Und doch könnte dieses Stück auch im heutigen Jahrhundert so passieren. Denn der Schreibstil ist und bleibt durchweg einfach. Und nimmt einen daher auch die Angst vor Klassikern mit schwererer Kost.

Leider nervt Effis Naivität und Heimlichkeiten durch das Buch hindurch. Die Spitze des Eisberges sind die Abstecher in das Übernatürliche. Aber auch das war wohl eher der Zeitgeist, da ein wenig Schauer in den Büchern nie schadete.

Effi Briest - Theodor Fontane

Effi langweilt sich nun durch das Buch, der Baron Innstetten bleibt mehr oder weniger an ihrer Seite. Auch der Umzug nach Berlin kann die Liebe der beiden nicht mehr retten. Und durch einen (vom Autor sehr konstruierten) Zufall kommen die Taten von Effi doch ans Licht und der Baron macht einen sehr kurzen Prozess mit seiner Ehefrau und dem Geliebten. Aber leider bekommt dies auch der Leser wie gewohnt nicht präsentiert. Aber man ahnt es ja bereits und so kommt es doch zu einem unglücklichen Ende. That’s it.

Es ist nun einmal ein Klassiker und man sollte diesem Buch durchaus eine Chance geben. Es ist ein Buch über eine gewollte Liebe wie es damals wohl häufig der Fall war. Auch der Fall nach der Liebe.

4 Sterne

Anaconda Verlag – 416 Seiten (Hardcover) – 4,99€

ISBN 978-3-7306-0066-5


Dieses Buch las ich im Rahmen der Bücherkultur Challenge

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