Rachel Urquhart – Das zweite Gesicht

Rachel Urquhart – Das zweite Gesicht

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Ach, das Ding mit dem zweiten Gesicht

Das Buch: Polly lebt zusammen mit ihrer Mutter, Bruder und dem unbarmherzigen Vater auf einer Farm in Massachusetts, 19. Jahrhundert. Doch dann steht die Farm in Flammen, der Vater kommt um und Polly flüchtet zusammen mit ihrem Bruder in die Shaker-Gemeinde. Eine strenggläubige Gemeinschaft, stark abgeschirmt von der Außenwelt. Hier fühlt sie sich so sicher, dass sie schnell zur Seherin deklariert wird. Bis ein Privatermittler ihr auf die Schliche kommt. Hat Polly etwa etwas mit dem Brand zu tun?

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Das Fazit: Ich spoilere nicht, wenn ich die Frage klar mit einem ja beantworten kann. Polly hat etwas mit dem Brand zu tun, das wird schon auf den ersten Seiten erzählt. Und das ist eigentlich auch schon das große Manko des Buches: das wichtigste steht auf den ersten hundert Seiten. Danach hätte man getrost abbrechen können, denn dann passieren nur noch belanglose Dinge bis zum kleinen Happy End.

Dieses Buch verfolgt drei unterschiedliche Charaktere. Polly, die immer unnahbar scheint und nie wirklich glücklich scheint. Zugegeben, sie hatte auch eine schwere Zeit hinter sich. Dann gibt es noch ihre Shakerschwester Charity, die das Leben der Shaker-Gemeinde verdeutlichen soll. Und es gibt den sehr leidvollen Privatermittler / Brandexperte Pryor, der den Brand untersucht und gefühlt für jede Person in der Umgebung arbeitet. Natürlich kommen diese drei Personen zusammen in Berührung. Vor allem Polly und Charity, die sich ja ein Zimmer teilen, bleiben auch im Zusammenspiel sehr blass. Jeder geht so die eigenen Wege.

Eigentlich ist der große Bezugspunkt in dem Buch die Shaker-Gemeinde. Und durch Charity soll der Leser definitiv einen weiteren Einblick in diese Welt erhalten. Doch leider hatte ich nie das Gefühl, etwas über die Gemeinde zu erfahren. Natürlich kann man lesen, wie die Gemeinde zu Pollys Zeit lebt und arbeitet. Aber die Ursprünge und warum es eine solche Gemeinde gibt, wurden zumindest mir nicht nähergebracht. Und wenn man das angefügte Quellenverzeichnis anschaut, wäre wohl durchaus der Stoff da gewesen.

Tja, und das zweite Gesicht? Die haben alle drei Charaktere nicht. Nur Polly verfällt anfangs mal in Trance. Aber mehr auch nicht. Es bleibt nun einmal belanglos.

Trotzdem ist es gut erzählt und einfach nett. Es fehlt definitiv an der Würze. Okay, und auch an der Story.

3 Sterne

Btb Verlag – 406 Seiten (Taschenbuch) – 9,99€

ISBN 978-3-442-71482-7

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